Die Nibelungen

Ein Tanzepos mit mittelhochdeutschen Texten

Kriemhild wächst im Reich der Burgunden als Schwester von Gunther, dem späteren König, Gernot und Gieselher auf. Sie vereint in sich alle Vorzüge, die man im Mittelalter einer Prinzessin zuschrieb. So verwundert es nicht, dass Siegfried, ein Königssohn aus Xanten, sich schon beim Anblick eines Bildes von Kriemhild unsterblich in sie verliebt. Allen Warnungen seiner Eltern zum Trotz macht sich der junge Recke schon bald auf den Weg, um die edle Jungfrau für sich zu gewinnen. Die schöne Burgunderprinzessin hat der Liebe aber abgeschworen, da ihr ein Traum voraussagte, dass der Mann, den sie lieben würde, einem heimtückischen Angriff zum Opfer fallen würde. Siegfried erreicht Worms und Hagen von Tronje, der treue Gefolgsmann Gunthers ahnt als einziger am Hof, wer der Ankömmling ist und berichtet von Siegfrieds Taten, vom wunderbaren Schatz der Nibelungen und von der Unverwundbarkeit des jungen Drachentöters. Siegfried fordert Gunther zum Zweikampf, um mit dessen Reich auch Kriemhild für sich zu gewinnen. Doch die Burgunden handeln besonnen. Siegfried wird Gast an ihrem Hof und kann durch Heldentaten Gunther und die Fürsten für sich einnehmen. Den wahren Grund seines Kommens hält Siegfried geheim und ebenso geheim beobachtet ihn Kriemhild, die sich nun ihrerseits in ihn verliebt. Gunther, der sich in den Kopf gesetzt hat, die isländische Königin Brünhild zu seiner Frau zu machen, bittet Siegfried um dessen Hilfe, um die mit magischen Kräften ausgestattete Brünhild in einem Wettbewerb bezwingen zu können. Damit dies gelingen kann, muss Siegfried allerdings eine List anwenden, was sich später gegen ihn wenden wird.

 

Das Nibelungenlied, welches die Vorlage für das Tanzepos bildet, zählt zu den spannendsten und wichtigsten Text der deutschsprachigen Literatur des Mittelalters. Für die tänzerische Umsetzung wird die Erzählung von Autor und Dramaturg Oliver Hohlfeld für das Medium Tanz aufbereitet und gestrafft. Ausgewählte Textstellen des Originaltextes werden im Studio aufgenommen. Der Klang des Mittelhochdeutschen wird so lebendig und Teil einer Aufführung, deren Choreografie – ganz dem Konzept der Deutschen Tanzkompanie folgend – Tradition und Moderne, Tanzkunst und erzählerische Momente miteinander vereint. Aus dem poetischen Reichtum der Vorlage schöpfend soll so ein Abend mit starken Charakteren, großen Konflikten, berauschenden Klängen entstehen, vor allem aber ein Fest anmutiger wie sprechender Bewegungen.

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